9 Schritte, die deine Stimme verbessern [auch ohne Gesangsunterricht]
Zusammenfassung: In diesem Artikel zeige ich dir, wie du deine Stimme verbessern und deine Singstimme trainieren kannst. Du bekommst einen klaren Fahrplan mit einfachem Stimmtraining, konkreten Singen-lernen-Übungen, Tipps um singen zu lernen als Anfänger und Ideen, wie du deine Stimme beim Singen Schritt für Schritt zuhause trainierst. Egal ob du gerade erst anfängst singen zu lernen, schon länger singst oder einfach besser singen möchtest: Du erfährst, wie du deine Singstimme verbessern, sinnvoll üben und dir einen Übeplan bauen kannst.
Vielleicht willst du einfach besser singen, ohne direkt Unterricht zu buchen. (Und das versteh ich absolut.)
Aber online findest du so viele Tipps und dass du am Ende eher verwirrt bist. (Auch vollkommen verständlich)
Die gute Nachricht: Du kannst viel mehr alleine erreichen, als die meisten denken.
Wenn du weißt, worauf es wirklich ankommt (Spoiler: nicht zuerst auf Technik).
Deshalb zeige ich dir heute (aus Sicht einer Gesangslehrerin & Stimmtherapeutin), wie du deine Stimme zuhause verbessern kannst, ohne Überforderung und stundenlange Suche nach Übungen auf YouTube.
Braucht man wirklich Gesangsunterricht, um besser zu singen?
Viele fragen sich genau das:
Brauche ich wirklich Unterricht oder kann ich auch alleine starten?
Und die ehrliche Antwort ist: Beides geht.
Du kannst absolut Fortschritte machen, auch wenn du erstmal nur zuhause übst.
Es gibt Dinge, die du auch allein trainieren kannst:
- Körperwahrnehmung trainieren
- Atemübungen machen
- leichte Warm-ups wie Lippenflattern oder Summen
- ein Gefühl für deine eigene Stimme entwickeln
- regelmäßig üben (kurz, aber konstant)
Wo Gesangsunterricht dir das Leben leichter macht:
- wenn du nicht weißt, ob du Übungen richtig machst (Du hörst dich selbst immer durch ein inneres Filter-System, deshalb ist es oft schwierig, einzuschätzen, ob eine Übung wirklich das tut, was sie soll.)
- wenn du dir unsicher bist, welche Übung überhaupt zu deiner Stimme passt
- wenn du endlich verstehen willst, welcher Stimmtyp du bist
- wenn du schneller Fortschritte machen willst
- wenn du dich nicht ständig selbst korrigieren möchtest (oder dir unsicher bist)
- wenn dich YouTube Videos eher überfordern als weiterbringen
Gesangsunterricht kann dir hier Klarheit geben:
Jemand hört, was deine Stimme wirklich braucht, erklärt dir, warum etwas funktioniert oder nicht, und gibt dir Übungen, die genau zu dir passen.
Und ganz ehrlich: Allein dadurch fühlt sich Üben sofort leichter an. Keine 100 YouTube-Videos mehr, kein Ausprobieren von Dingen, die sich nicht gut anfühlen.
Gesangsunterricht bedeutet nicht: „Ich schaffe es nicht allein.“
Es bedeutet: „Ich gönne mir Klarheit, Feedback und einen Rahmen, in dem ich mich sicher entwickeln kann“, mit Fokus auf einer gesunden, entspannten Stimme statt Selbstoptimierungs-Stress.

Wenn du dir genauer anschauen möchtest, wie das bei mir aussieht, kannst du hier tiefer eintauchen:
- Wie läuft Online-Gesangsunterricht ab?
- Ob sich Gesangsunterricht für dich lohnt, kannst du hier gut einschätzen
- Und falls du dich fragst, ob Online-Unterricht wirklich funktioniert, schau in diesem Artikel vorbei 🙂
Kann jeder singen lernen?
Kurz gesagt: Ja.
Die meisten Menschen denken, Singen wäre ein Talent-Ding, ist es aber nicht. Stimme ist etwas, das man lernen, entwickeln und trainieren kann. Ja, manchen fällt es vielleicht leichter, manche brauchen etwas mehr Zeit, aber jeder kann eine schöne, stabile, klare Stimme entwickeln.
Wenn du dazu mehr lesen willst:
https://gesangsunterricht.lenawernercoaching.de/jeder-kann-singen-lernen/
Warum lohnt es sich überhaupt, singen zu lernen?
Weil Singen gut tut.
Weil es dich runterbringt.
Weil du deinen Körper anders spürst.
Und weil es unglaublich schön ist, zu merken, wie sich die eigene Stimme verändert, wenn man sich ein bisschen Zeit gibt.
Falls du dein Lieblings-Hobby noch mehr vertiefen möchtest:
https://gesangsunterricht.lenawernercoaching.de/singen-als-hobby/
Schritt für Schritt: So verbesserst du deine Stimme wirklich (auch ohne Unterricht)
Für alle, die erstmal alleine starten wollen, kommt hier ein Step by Step-Guide. Wenn du jetzt aber schon merkst: Ich wollte schon immer richtig singen lernen, dann buch hier deine kostenlose Probestunde.
Für alle anderen: Let’s Go mit Schritt 1!
Schritt 1: Bewusstsein & Wahrnehmung entwickeln
Ich sag’s immer wieder: Singen ist nicht nur Technik.
Viele denken, man müsste einfach die richtige Atemstütze (Support) lernen oder „den Ton richtig platzieren“ und dann läuft’s.
Aber so funktioniert Stimme meiner Meinung nach nicht.
Stimme entsteht aus Wahrnehmung.
Du kannst beim Singen nicht alles sehen. Du kannst vieles nur fühlen und hören.
Und dieses Hören ist tricky, weil du dich selbst innen hörst, nicht außen. Das, was du hörst, ist nicht die Stimme, die andere hören, sondern die Version, die durch deine Schädelknochen und dein Innenohr gefiltert ist.
Deshalb klingt eine Aufnahme plötzlich „anders“. Nicht schlechter, nur… ungewohnt.
Beim Sport siehst du genau, wie sich etwas bewegt: Knie beugen, Rücken gerade, Fuß nach außen drehen. Du kannst dich korrigieren oder dein Trainer macht es für dich.
Beim Singen ist das anders. Du siehst deine Stimme nicht. Du fühlst sie nur und du hörst das Ergebnis.
Und genau deshalb ist dieser erste Schritt so wichtig.
1. Nimm dich selbst auf (auch wenn’s Überwindung kostet)
Ich weiß, man will das eigentlich nicht.
Und jede*r meiner Schülerinnen sagt genau das: „Uff… das klingt ja ganz anders.“
Und ja, tut es. Und das ist völlig normal.
Aber sobald du dich an deine „Außen-Stimme“ gewöhnst, passiert etwas ganz Wichtiges:
Du hörst Dinge, die du vorher niemals wahrgenommen hättest.
Und das ist der Moment, in dem du riesige Fortschritte machst.
Ich geb dir ein Beispiel aus meiner Woche:
Ich hab an einem neuen Song gearbeitet und dachte: „Passt eigentlich.“
Dann hab ich mich aufgenommen und gemerkt: Nope. Der Klang war mir viel zu hell.
Eine Übung gemacht, nochmal aufgenommen und sofort war ich zufrieden.
Ohne die Aufnahme hätte ich das nie gemerkt. Und mir selbst die Chance genommen, meine Stimme weiterzuentwickeln.
Deshalb sag ich’s ganz direkt:
Nur mit regelmäßigen Aufnahmen von deinem Gesang wirst du zu deinem eigenen Vocal Coach.
(Und ja, ich helfe all meinen Schüler*innen, ihr eigener Vocal Coach zu werden, denn sie sollen auch Zuhause alleine in der Lage sein, effektiv zu üben und das geht v.a. über Selbstwahrnehmung & Aufnahmen)
2. Erkenne deinen Stimmtyp (und hör auf, dich mit YouTube zu überfordern)
Viele stehen sich selbst im Weg, weil sie Übungen machen, die einfach nicht zu ihrer Stimme passen.
Beispiel:
- Manche haben die Tendenz, die Töne eher „rauszudrücken“
- Manche hauchen eher
- Manche haben mehr Probleme mit der Bruststimme und weniger mit der Kopfstimme (oder andersherum)
- Manche singen meistens total hoch mit dem Kehlkopf, andere sehr tief.
- Manche werden nach 5 Minuten müde, andere könnten Stunden singen.
Das sind alles Hinweise.
Wenn du dich aufnimmst, hörst du einiges davon vielleicht schon selbst.
Aber ja, ich gebe zu für die Details braucht es oft ein geschultes Ohr. Es gibt ja nicht umsonst Gesangslehrer (sorry 😂)
Und wenn du dir denkst: „Oh Gott, ich weiß gar nicht, was davon ich bin“ – kein Stress.
Wir machen das in der Probestunde gemeinsam. Die ist kostenlos und genau dafür da.
Warum das so wichtig ist:
Wenn du weißt, was deine Stimme braucht, hörst du automatisch auf, wahllos YouTube-Videos auszuprobieren.
Das spart dir so viel Frust (und Zeit & Motivation), deine Überforderung ist wie weggeblasen und Üben macht direkt 1000x mehr Spaß.
Warum? Weil du endlich Ergebnisse hörst & spürst.
Schritt 2: Körper vorbereiten
Das ist ein Schritt, den viele komplett überspringen – und der so viel erklärt, wenn man ihn einmal versteht.
Beim Singen geht es nicht nur um die Stimmbänder.
Dein ganzer Körper macht mit: Atmung, Haltung, Muskeln im Hals, Bauch, Rücken, Kiefer – und vor allem dein Nervensystem.
Wenn dein System in Stress ist (egal ob Druck, Nervosität, Perfektionismus oder „ich will nicht gehört werden“), reagiert die Stimme direkt:
- sie wird enger & klingt flacher
- sie klingt zittriger
- sie bricht leichter weg
- oder sie kommt gar nicht richtig raus (was sich schnell „gequetscht“ anfühlen kann)
Das passiert nicht unbedingt, weil du eine „schlechte Technik“ hast.
Sondern weil dein Körper gerade versucht, dich zu schützen.
Der Vagusnerv, der u.a. für deine Stressregulation zuständig ist, läuft direkt an deinen Stimmbändern vorbei.
Wenn du also Stress hast oder dein Körper angespannt ist, geht die Stimme automatisch in einen „ich halts lieber klein“-Modus.
Deshalb ist Nervensystem-Regulation beim Singen für mich kein „Extra“, sondern die Grundlage.
Damit du genau weißt, wie du vorgehen kannst, versuch dich hier gern selbst einzuschätzen:
Bist du eher überspannt oder unterspannt?
Beides wirkt sich unterschiedlich auf deine Stimme aus.
Wenn du überspannt bist:
Du hältst alles fest, dein Ton wird eng oder hart.
Da hilft:
- gern im Sitzen singen (um die Spannung so gut es geht zu reduzieren)
- ganzen Körper lockern
- Schultern kreisen
- Kiefer lösen
- Ausschütteln
Wenn du unterspannt bist:
Deine Stimme klingt wacklig oder „wegbrechend“.
Dann brauchst du eher:
- gern im Stehen singen (um etwas mehr gesunde Spannung aufzubauen)
- Füße bewusst spüren
- leichte Körperspannung
- Präsenz (und ja, das kann man üben)
Und wenn du nervös bist?
Dann unbedingt vorher in Bewegung gehen.
Nicht wegdrücken, sondern durch den Körper „ableiten“:
- ausschütteln
- ausklopfen
- länger aus- als einatmen
- kleine somatische Miniübungen
Das bringt dich zurück in den Körper und damit automatisch in eine Stimme, die sich leichter anfühlt und besser anhört.
Ich sehe das bei vielen meiner Schüler*innen:
Manchmal verändert sich die Stimme schon nach wenigen Minuten Nervensystem-Regulation.
Töne, die vorher dünn oder zittrig waren, werden plötzlich stabiler.
Nicht, weil wir eine Technik verändert haben – sondern weil der Körper und das Nervensystem wieder in einem regulierten Zustand sind.
Schritt 3: Atmung & Support [die Basis für jeden Ton]
Bevor wir über Technik sprechen, brauchen wir die Atmung.
Und ein Gefühl dafür, wie sich dein Atem überhaupt anfühlt.
Du kannst einfach anfangen wie bei einer kleinen Meditation:
- ruhig einatmen
- doppelt so lange ausatmen
- wieder einatmen
- wieder länger aus
Fun Fact:
Dieses längere Ausatmen reguliert automatisch dein Nervensystem.
Du machst dich also ohne großen Aufwand „bereit“ fürs entspannte & leichte Singen.
Zum Thema Support kommt ein eigener Blogartikel, aber hier das Wichtigste:
Support ist kein Muskel, kein „Bauch raus“, kein „nach unten drücken“.
Support ist das Gefühl von Stabilität & Kontrolle im Körper (vor allem im Rippen- & Bauchbereich)
Und das spürst du am besten, wenn in einem regulierten Zustand übst.
Reguliertes Nervensystem = mehr Stimm-Kontrolle
So simpel.
Schritt 4: Stimm-Warm-Ups [Übungen, die wirklich immer funktionieren]
Jetzt, wo der Körper bereit ist, kommt der Teil, der deine Stimme sanft aufwärmt.
Warm-ups müssen nicht laut oder spektakulär sein.
Im Gegenteil: Die besten Übungen sind oft die simpelsten.
Hier sind die drei Einsing-Übungen, die ich mit fast allen Schüler*innen mache – egal ob Anfänger oder Fortgeschrittene:
1. Lip Trills (Lippenflattern)
Das ist mein All-Time-Favorite.
Warum?
Weil Lip Trills fast alles gleichzeitig trainieren: Atemfluss, Support, Lockerheit, Stabilität, Resonanz.
Wenn deine Lippen gleichmäßig flattern, weißt du:
Du hast einen guten Support. Du presst nicht. Und dein Körper arbeitet mit.
Falls Lip Trills bei dir noch nicht klappen, schau mal in meinem Artikel vorbei: Lippenflattern klappt nicht? 5 Tipps für den Durchbruch
2. Summen
Leise, weich, entspannt.
Summen holt deine Stimme nach vorne, öffnet die Resonanz und wärmt die Stimmlippen auf, ohne sie zu überfordern.
Super, wenn du leise üben musst oder gerade nicht viel Energie hast.
Du kannst einfach eine bequeme Tonhöhe summen oder kleine Slides machen („mmm–mmm–mmm“).
3. Vocal Fry
Das kleine Knarzen am tiefsten Rand deiner Stimme.
Ich weiß: klingt komisch.
Aber Vocal Fry ist Gold wert, weil es deinen Stimmlippenschluss verbessert (also wie gut die Stimmlippen zusammenfinden). Das ist vor allem hilfreich, wenn deine Stimme manchmal „hauchig“ klingt oder sich nicht klar anhört.
Mach Vocal Fry aber bitte nur super leise & entspannt. So als würdest du morgens aufwachen. Ansonsten baust du nur unnötige Spannung im ganzen Kehlkopfbereich auf.
Wichtig:
- Das Warm-up soll sich leicht anfühlen.
- Keine Anstrengung, kein Ehrgeiz, keine extreme Lautstärke.
- Leise anfangen & mit der Zeit steigern (genau wie bei einem Sport Workout)
- Wenn du mal weniger Zeit & Lust hast: 3–5 Minuten reichen völlig.
Du wirst merken, dass deine Stimme danach viel flexibler, wärmer und stabiler klingt.
Schritt 5: Bruststimme, Kopfstimme & Mix [deine Stimmfunktionen verstehen]
Sobald deine Stimme warm ist, kannst du anfangen, die verschiedenen Bereiche deiner Stimme kennenzulernen und zu trainieren.
Vor allem am Anfang geht es darum, ein Gefühl für die Register zu bekommen.
Die meisten Menschen singen intuitiv entweder lieber in der Bruststimme oder in der Kopfstimme.
Beides ist normal und völlig okay.
Und genau deshalb lohnt es sich, einmal bewusst in jede Richtung reinzuspüren, damit du eine ausgeglichene Stimme entwickelst (Stichwort Vocal Balance) und du alles singen kannst, worauf du Lust hast.
Bruststimme
Das ist die Stimme, mit der du sprichst.
Sie klingt voller und etwas kräftiger.
Viele Frauen trauen sich hier nicht so richtig rein, weil sie „nicht zu laut“ sein wollen.
Andere drücken zu stark, weil sie Kraft erzeugen möchten.
Beides lässt sich mit ein paar Übungen ausgleichen.
Kopfstimme
Die höhere, leichtere Stimme.
Viele nutzen sie im Alltag kaum und haben deshalb das Gefühl, „da oben wird es plötzlich dünn oder wacklig“.
Das ist völlig normal. Deine Kopfstimme wird stabiler, sobald du sie regelmäßig benutzt (wie ein Muskel, den man wiederentdeckt).
Mix Voice
Der Übergang zwischen Brust- und Kopfstimme.
Das ist der Bereich, in dem die meisten merken: „Hier bricht meine Stimme“
Mix fühlt sich am Anfang oft ungewohnt an, weil es nicht klar brustig und nicht klar kopfig ist.
Mit kleinen Slides („sirenenartige Töne“) kannst du hier super reinfinden.
Kleiner Tipp von mir: Trainiere immer erst die Brust- & Kopfstimme, bevor du in den Mix gehst. Denn ohne trainierte Brust- & Kopfstimme, kann man auch nichts mixen 😀
Hier findest du Artikel mit Übungsideen:
Schritt 6: Technik in Songs anwenden [aber bitte klein & machbar]
Hier entsteht ganz oft Frust:
Viele wollen sofort ganze Songs singen und wundern sich dann, warum es „nicht stabil“ klingt oder warum die Stimme an bestimmten Stellen wegbrechen will.
Aber Songs sind komplex.
Sie bestehen aus Höhen, Tiefen, Übergängen, Emotion, Atem – alles auf einmal.
Deshalb ist es völlig normal, dass es schwerer wird, sobald du vom Üben in einen Song gehst.
Die Lösung ist ganz simpel:
Denke in kleinen Abschnitten:
Du musst nicht direkt den ganzen Song perfekt hinbekommen.
Oder den Refrain am Anfang sofort mit voller Emotion singen.
Besser ist, wenn du dir einen einzigen Abschnitt vornimmst:
- eine Zeile
- ein Übergang
- ein hoher Ton
- ein Wort, das schwierig ist
- 10-20 Sekunden des Songs
Mehr nicht.
Warum das so gut funktioniert:
- Dein Gehirn kann sich auf eine Sache konzentrieren (z.B. Support)
- Deine Stimme bleibt stabil (weil du nicht in Stress kommst)
- Du übst bewusster
- Du hörst Unterschiede viel schneller
- Du bekommst Mini-Erfolgserlebnisse statt Überforderung (und glaub mir, das motiviert extrem)
Gerade Anfänger*innen unterschätzen, wie viel leichter ein Song wird, wenn man nur kleine Teile daraus übt.
Und du wirst merken:
Wenn ein Abschnitt sitzt, sitzt der Song plötzlich viel besser als gedacht, weil du ihn nicht mehr „blind“ singst, sondern mit Struktur.
Lass dich hier aber auf keinen Fall von Perfektion ablenken.
Hab Geduld und denk in kleinen, klaren Schritten.
Schritt 7: Übeplan & Routine entwickeln [realistisch!]
Das ist einer der wichtigsten Schritte (und gleichzeitig einer, den viele komplett falsch angehen (bin ich früher auch)
Sie denken: „Ich muss jeden Tag üben, sonst bringt’s nichts.“
Oder: „Ich brauche mindestens 30 Minuten, sonst lohnt es sich nicht.“
Beides stimmt nicht.
Die Stimme entwickelt sich am besten, wenn du regelmäßig kleine Einheiten machst.
Nicht lange und selten – sondern kurz und öfter.
Frag dich zuerst: Was ist realistisch für meinen Alltag?
Nicht, was „perfekt“ wäre, sondern was du wirklich schaffst.
- Wie oft pro Woche fühlt sich machbar an?
- Gibt es Tageszeiten, die sich für mich gut anfühlen?
- Wie lange kann ich üben, ohne dass es stressig wird?
- Was ist meine minimale Übezeit? (z. B. 5–10 Minuten)
Wenn du dir einen Plan machst, der zu streng ist, wirst du ihn nicht durchhalten.
Wenn du dir einen Plan machst, der zu dir passt, bleibst du automatisch dran.
Mach dir einen kleinen Rahmen – nicht mehr
Ein Beispiel für Anfänger*innen:
- Montag: 5 Minuten Warm-up + 1 Übung
- Mittwoch: 5 Minuten Warm-Up + 10 Minuten eine Songstelle üben
- Freitag: 5 Minuten Warm-up + 2 Übungen
Das reicht völlig.
Du musst nicht jeden Tag singen.
Du musst nur konstant kleine Schritte machen.
Und, wenn du merkst, dieser Plan geht easy, dann erhöhe die Anzahl der Übungen oder nimm einen neuen Übetag hinzu, z.B. den Samstag.
Warum kleine Routinen besser funktionieren
- Du überforderst dich nicht
- Du lernst schneller (weil du frischer bist)
- Du bekommst mehr Aha-Momente
- Und du fühlst dich nicht mehr „schuldig“, wenn du mal nicht so viel machst
Singen ist wie Zähneputzen:
Kurz, regelmäßig und ohne Drama ist viel wirkungsvoller als „einmal im Monat eine Stunde Perfektion“.
Und ja: Auch regelmäßiger Gesangsunterricht hilft dir, dran zu bleiben.
In meinem Programm hast du die Möglichkeit, mir zwischen unseren Stunden Aufnahmen von deiner Stimme per WhatsApp zu schicken und Feedback zu bekommen.
Und das biete ich an, genau aus diesem Grund. Ich weiß genau, man sitzt alleine Zuhause, will üben, ist sich dann aber unsicher:
- mach ich die Übung richtig?
- ist das gerade überhaupt gesund für die Stimme?
- iwie klingt die Stimmpassage schief
Und was passiert dann? Man hört auf und lässt es sein. Und genau für solche Momente hast du dann mich.
Und diese Art von Gesangsunterricht ist v.a. für die Menschen geeignet, die sehr selbstkritisch mit sich sind.
Du fragst dich, wie oft du wirklich singen üben solltest? In meinem Artikel: „Wie oft solltest du singen üben“ findest du die Antwort.
Schritt 8: Blockaden, Mindfucks & Scham anschauen
Das ist ein Punkt, den viele komplett unterschätzen.
Oft denken wir: „Meine Stimme klingt nicht gut, weil ich technisch etwas falsch mache.“
Aber ganz oft ist das gar nicht die Technik, sondern etwas viel Emotionaleres:
Scham, Unsicherheit, Bewertung, Angst, gehört zu werden, Perfektionismus.
Und das ist normal.
Jede Stimme trägt ein bisschen davon mit sich herum.
Perfektionismus bremst deine Stimme
Wenn du beim Singen die ganze Zeit denkst:
„Das muss jetzt gut klingen“,
„Ich darf keinen Fehler machen“,
„Ich muss mich zusammenreißen“,
dann fährt dein Nervensystem hoch und die Stimme macht automatisch zu.
Du klingst nicht schlechter, weil du „nicht singen kannst“,
sondern weil der Körper gerade in Schutzmodus geht.
Kleine Schritte statt Druck
Wenn du Blockaden hast, hilft dir kein „reiß dich zusammen“.
Viel sinnvoller sind kleine, sichere Schritte:
- leise üben
- Mini-Warm-ups
- nur 20–30 Sekunden eines Songs
- eine Übung, die dir Spaß macht
- ein Raum, der sich sicher anfühlt (und auch hier ist Gesangsunterricht Gold wert)
Singen ist etwas Körperliches und etwas Emotionales.
Man kann also die Stimme nicht vom Nervensystem trennen.
Schritt 9: Hab Spaß!
Das Wichtigste: Hab einfach Spaß am Singen.
Ja, du kannst deine Stimme zuhause verbessern
Wenn du diese Schritte befolgst, wirst du merken, dass deine Stimme sich verändert.
Nicht durch Druck oder Perfektion, sondern weil du endlich weißt, wie du üben kannst, ohne dich zu überfordern.
Und gleichzeitig ist es vollkommen okay, wenn du dir an manchen Stellen unsicher bist.
Das ist normal.
Singen ist etwas Intimes. Man hört sich selbst anders. Man zweifelt. Man vergleicht sich.
Da hilft es oft, wenn jemand von außen mit einem klaren, geschulten Ohr draufschaut.
Wenn du das Gefühl hast, dass dir das guttun würde und du außerdem Unterstützung willst, die Übungen für dich passend in deinen Alltag zu integrieren:
Buch dir super gerne ein kostenlose Probestunde.
(Du musst dich nicht sofort für Unterricht entscheiden.)
Wir können uns in einer ganz entspannten Probestunde treffen, uns kennenlernen und gemeinsam schauen:
- wie deine Stimme klingt
- welcher Stimmtyp du bist
- wo du gerade stehst
- und welche Übungen für dich wirklich Sinn machen
Das sind einfach 30 Minuten Raum für deine Stimme.
Hier kannst du dir die kostenlose Probestunde sichern:
Ich freu mich, wenn ich dich ein Stück begleiten darf – egal, ob für ein paar Monate, Jahre oder einfach nur für diesen diese 30 Minuten.

Über die Autorin

👋 Ich bin Lena, Gesangslehrerin & Nervensystem-Coach.
🎤 Seit über 14 Jahren beschäftige ich mich intensiv mit Gesang und habe neben eigenem wöchentlichen Gesangsunterricht Ausbildungen als Stimmtherapeutin, Mental Coach und Female Empowerment Coach absolviert.
🎶 Mein Ansatz: Ich verbinde moderne Stimmtechnik mit fundiertem Wissen über Nervensystem und Stressregulation.
✨ Mein Ziel: Erwachsene & Jugendliche online beim Singen lernen zu begleiten – damit sie ihre Stimme lieben lernen und gleichzeitig ihr Selbstvertrauen stärken.
